Pfaffstätten

Flurdenkmäler

Im Gemeindegebiet von Pfaffstätten gibt es eine Vielzahl von Grenzsteinen, Kapellen und Gedenksteinen. Leider ist in den letzten Jahrzehnten vieles "verloren" gegangen, wie z.B. der Melker-Grenzstein in der Einöde und der Grenzstein am Guglberg. Auch aus diesem Grund werden hier nur die wesentlichen und relativ "sicheren" Denkmäler beschrieben.

Grenzsäule am Trabrennplatz

Grenzsäule Pfaffstätten

An der Ortseinfahrt Pfaffstätten, von Baden kommend rechts am Trabrennplatz.

Dieses älteste urkundlich erwähnte Flurdenkmal im Gemeindegebiet wird bereits 1312 in einer Kaufurkunde als Pfaffstättner Kreuz erwähnt. Es stand an der Kreuzung des Weges aus der kleinen Einöde nach Traiskirchen (Haydngasse, Grenzgasse, Prechtlgasse, Kaspargasse), dem Wiener Weg (Badenerstraße) und dem oberen Mühlweg (Rennbahnzeile). 1480 markierte dieses Kreuz die östliche Grenze des Burgfriedens der Stadt Baden.
1578 wurde das Kreuz durch die heutige Steinsäule ersetzt.

Grenzsäule Pfaffstätten
© Postkarte / (Detail)

Die Säule stand früher in der Mitte der Straße von Pfaffstätten nach Baden und wurde im Zuge der Straßenregulierung an die Mauer des Trabrennplatzes versetzt.

Kaufbrief des Verkäufers Sigmund Kastner an Erhard edler Leutfaringer vom 29. Juni 1312

Grenze der Herrschaft Leesdorf:

"Item die marich und zuergehöring der freihait und anders zu der vorgenanten veesten Lestorff heben sich an pey dem Stayn an der veltgassen gegen Paden und get den marich weg von der Veltgasse nach aus übern den Wienner Weg, untz auf den weg der da get von Paden gen Gumpoldskirchen und selbigen weg nach untz in die eng ainödgassen und der ainödgassen nach aus untz zu Pfaffstetter kreitz und von Pfaffstetter kreitz dem marichgraben nach ab untz auf die rormül und von der rormühl dem marich nach durch die aw und über die Schwechat." (Quelle: [4])

Grenzsäule Pfaffstätten
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NÖLB IDN: 397942
IDA: BILD-19472

Säule aus Sandstein in einfacher Steinmetzarbeit ausgeführt. Eisernes Kreuz auf einem Steindach. Darunter ein viereckiges, nischenloses Kapitel. Vorne auf einer Blechtafel die Darstellung der 4 hl. Dreifaltigkeit. Darunter die Aufschrift Pfaffsteten. Auf der rechten Seitenwand ist eingemeißelt Chro (Christus) und darunter 1578.

Türkenkreuz (Kreuz im Gmösl)

Türkenkreuz Pfaffstätten
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NÖLB IDN: 397936
IDA: BILD-19478

Ein Bildstock nördlich des Bahnhofs Pfaffstätten.

Ursprünglich stand dieser Bildstock an der Wegkreuzung Einödstraße (heute Preyhsgasse-Einödstrasse), Gumpoldskirchnerweg (Schiestlgasse-Güterweg nach Gumpoldskirchen) und dem Güterweg ins Gmösl. Im Zuge der Bahnunterführung abgerissen und am heutigen Standort wiedererrichtet.

Der Bildstock illustriert die Sagen von der Rettung einer Mutter mit 5 Kindern beim "Türkenrummel" 1683 und wurde im Jahr 1685 anstelle des älteren "Gmöslkreuzes" errichtet, und zwar zur Erinnerung an eine wundersame Errettung einer Mutter mit ihren Kindern vor den Türken. Die Flüchtende war kurz zuvor auf der Flucht an dieser Stelle entkräftet zusammengebrochen und war mit den Kindern auf der Erde liegend, wie durch ein Wunder von den Vorbeistürmenden übersehen und so von der Niedermetzelung verschont. Der Bildstock "im Gmösl" zeigte noch in den 1920er Jahren eine Blechplatte, auf der das Bild der Mutter mit den Kindern, unter dem Schutz einer Muttergottes gestellt, zu sehen war.

Antoniuskapelle

Antoniuskapelle Pfaffstätten
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NÖLB IDN: 397937
IDA: BILD-19477

Kapelle an der Bundesstraße nach Traiskirchen, ca. 50 m nach der Ortsausfahrt, ursprünglich dem hl. Rochus geweiht.

Zum Danke für das Erlöschen der aus Wien eingeschleppten Pest (Anm.: 1713 gab es 30 Pesttote) ist 1714 am Ortsausgang gegen Traiskirchen das Rochuskreuz (jetzt Antoniuskapelle) erbaut worden. (Quelle: [6], S. 155)

Die Abbildung aus dem Jahr 1936 zeigt einen Anbau (Karner?), möglicherweise war hier also ein Pestfriedhof.

"Am Fest des hl. Rochus ist allhier ein verlobter Feÿrtag wegen der Pest, ist kein Meß noch gottes Dienst außer solche wird Extra bezahlt. Nachmittag gehet wiederumb die Procehsion zu beeden Kreuzen (Anm. Dreieckiges Kreuz und Rochus Kreuz) wie am Martha Tag, beÿm Rochus Kreuz wird ein Lied vorgesungen, nach diesen ist der Rosenkranz in der Kirchen." (Quelle: [6] S.10)

Pestkapelle

Pestkapelle Pfaffstätten
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NÖLB IDN: 397935
IDA: BILD-19479

Kapelle an der Weinbergstraße in der Riede Eckweger.

"Das an der Kreuzung der heutigen Bezirksstraße und des sogenannten Eckweges errichtete Pestkreuz zeigt uns die Stelle des damals abseits der bewohnten Grenzen angelegten Pestfriedhofes, der in Gestalt eines Massengrabes die Leichen der an der Seuche Verstorbenen aufnahm." (Quelle: [6] S.155)

Dreieckiges Kreuz (Templerkreuz, Drei Markt Kapelle)

Dreieckiges Kreuz Pfaffstätten
©
NÖLB IDN: 397939
IDA: BILD-19475

Der Bildstock an der Josefsthalstraße in Tribuswinkel gelegen, stand am sogenannten "Badener Gehweg" von Traiskirchen: Josefsthal (am Kanal) - Rudolf Kaspargasse, Prechtlgasse, Badenerstraße.

"Um 1732 wurde anstelle der ursprünglichen Steinsäule eine dreieckige Kapelle aus Ziegel errichtet. Die völlig devastierte Kapelle fiel 1939 der Straßenerweiterung zum Opfer und wurde 1986/87 nach den alten Plänen an fast gleicher Stelle neu aufgebaut." (Quelle: [5])

In den Pfaffstättner Urkunden wird der Bildstock 1764 erstmalig erwähnt:

"Den Tag der hl. Martha ist darumben zu feÿren verlobt worden, weilen 2 Jahr nacheinander der Schauer an diesen Tag sehr großen Schaden gemacht, derenwegen gehet nachmittag die Procehsion /: jedoch ohne Geistliche :/ zum 3 eckigen Kreuz werden alda 5 Vater Unser und 5 Ave Maria gebetet, nachdem auch weiter zum Rochus Kreuz und werden eben 5 Vater Unser und 5 Ave Maria gebetet, nach diesen ist in der Kirchen der Rosenkranz." (Quelle: [6] S.10)

Es ranken sich um dieses Kreuz mehrere Sagen wie "Die drei Tempelritter" oder "Der Tod des Ritters von Rauheneck."

Kapelle des Ritters von Rauheneck

Sie stand an der Gemeindegrenze Pfaffstätten-Tribuswinkel rechtsseitig der Traiskirchner Bezirksstraße. Die Kapelle wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts von den Angehörigen des Ritters von Rauheneck errichtet. Die Ritter von Rauheneck, Rauhenstein und Scharfeneck waren im Jahre 1296 gegen den Magyarenkönig Andreas IV. zu Felde gezogen, jedoch im Kampfe zurückgeschlagen worden. Der Rauhenecker wurde schwer verwundet, sank an jener Stelle entkräftet zusammen und stürzte sich ebendort in sein eigens Schwert, um nicht in die Hände der Feinde zu fallen."

"Interessant ist der sehr selten verwendete dreieckige Grundriss, der mit dem Burgturm der Ruine Rauheneck identisch ist. Eine Sage berichtet, dass ein Rauhenecker bei der Heimkehr von einem Kreuzzug an dieser Stelle starb." (Quelle: [1] S.98)

Das Templerkreuz

Zwischen Pfaffstätten und Traiskirchen, nächst dem kleinen Orte Josefsthal, befindet sich auf einer Kreuzung von drei Straßen eine dreieckige Wegkapelle, die "Kreuzritterkapelle", das "dreieckige Kreuz" oder auch das "Templerkreuz" genannt. In den Nischen waren folgende Fresken angebracht: Christus am Kreuze mit einem betenden "Templer", ein "Kreuzritter" mit schwarzen Haaren, im Hintergrund eine Burgenlandschaft und ein "Kreuzritter" mit weissen Haaren und einer Kirchenlandschaft. In den Eck en der ersten Nische waren zwei Wappen, eines davon das der Kreuzherren. Über die Entstehung der Wegsäule berichtet die Sage, dass an dieser Stelle drei Tempelritter voneinander Abschied nahmen und die Säule als Erinnerung an dieses Ereignis errichten ließen. Sie gaben einander das Versprechen des Wiedersehens. Drei Jahre verstrichen und die drei Ritter kamen nicht wieder in die Heimat zurück und blieben auch auf immer verschollen.
Alle Sagen berichten, dass drei Ritter (Brüder) im Mittelalter das Dreieckige Kreuz errichten ließen. Oft werden hier die angeblichen Ortsgründer von Guntramsdorf (Guntram), Gumpoldskirchen (Gumpold) und Tribuswinkel (Triban) genannt.(Quelle: [2] S.108)

Tribuswinkler Kreuz (Stöcklmayr Kreuz, Buntes Kreuz)

Tribuswinkler Kreuz

Rechts der Badenerstraße am Ortsausgang von Tribuswinkel Richtung Leesdorf.

Dieses Denkmal reklamierte Pfaffstätten für sich, der Grenzverlauf zwischen Pfaffstätten und Tribuswinkel, - heute durch den Wr. Neustädter Kanal verändert - war lange strittig.

"..... alda (Anm.: in der Verlängerung Joachimsthal in die Kaspargasse, der Kanal war noch nicht gebaut und Teile der heute verbauten "(Haus-)Acker-Gründe" gehörten zu Tribuswinkel) wendet sich linkerhand von der Strasse neben dem gemelten Acker ein Bergsteig , an welchen man hindurchgegangen bis zu den Tribuswinkler Kreuz; welches aber schon aufhiesiger Freyheit stehet. Bey gemeltem Kreuz fangt sich auch an ein Wassergraben (Anm.: Oberwalterdorferstr.), der liegt aufwärts, gehört auch nach hieher, und alles was rechter Hand ist, die Strassen aber neben dem Graben linkerhand gehört schon auf Tribuswinkel." (Quelle: [7])

Mit Bescheid von 1802 wurde der Grenzstreit zugunsten Tribuswinkels entschieden.

Literatur: