Einödhöhlen

Die Einödhöhlen

Im Trockental der Einöde bei Pfaffstätten ist eine Reihe von Höhlen kleineren und größeren Ausmaßes zu finden. Sie wurden in der Literatur lange Zeit als Brandungshöhlen des jungtertiären Binnenmeeres (Pontisches Meer) im Wiener Becken angesehen. (MÜLLNER 1925)

Diese Ansicht wird heute allgemein nicht mehr vertreten, u.a. weil die Höhlen auch in historischer Zeit mannigfachen Umgestaltungen natürlicher und künstlicher Art ausgesetzt waren: "Gegen das Wiener Becken zu wird der Anninger in rund 360 m Höhe von einer breiten, zumeist rebenbestandenen Verflachung (Richardshofterrasse) umsäumt, die vom Eichkogel bei Mödling über Gumpoldskirchen und Pfaffstätten bis in den Raum von Baden Spuren der jungtertiären Meeresüberflutung erkennen lässt. Die früher durchwegs vertretene Auffassung, dass die meisten Höhlen im Niveau der Richardshofterrasse (z.B. die Höhlen in der Einöde) ihre Entstehung der Brandung des jungtertiären Meeres verdanken, lässt sich aufgrund neuerer Studien nicht nachweisen." (HARTMANN 1982)

"In schwerer Kriegsnot flohen die Einwohner der Umgebung in die wohlversteckten Höhlen, wo sie sicher und geborgen waren. Dies war in den Türken- und Franzosenkriegen der Fall. Aber auch lichtscheue Gesellen benützen die Höhlen als Verstecke für ihre Diebsbeute. So wurde in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts silberne Leuchter, Messinggegenstände, Ringe u. dgl. gefunden. In den Einödhöhlen wurden auch zweimal nach dem Umsturze (1920 und 1922) die bei Einbrüchen erbeuteten Gegenstände verborgen und von den Organen des Sicherheitsdienstes wieder zustande gebracht." (MÜLLNER, 1925)

Einödhöhle

Die beiden Höhlen wurden auf Grund des Landeshöhlengesetzes (3. Juli 1924) von der N.Ö. Landesregierung für den Fremdenverkehr erschlossen. Unter Mitwirkung des Pionierbataill. Klosterneuburg, welches die notwendigen Sprengungen vornahm wurden die Höhlen für die Öffentlichkeit ausgebaut. Die Gemeinde Pfaffstätten übernahm die Wegeerrichtung und stellt das notwendige Holz kostenlos bereit. Hierbei waren aus Pfaffstätten vor allem Gemeinderat Landesrechnungsrat Hans Haßfurther sowie Architekt K. Rainer beteiligt. Die Verwaltung der Höhlen, die Wegeerhaltung sowie die Ausstattung mit Sitzbänken wurde von der Sektion Pfaffstätten des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins übernommen. (MÜLLNER 1925)

Die Höhlen wurden am 22. April 1925 eröffnet. Die Verwendung von Pechfackeln war verboten, man brauchte Kerzen oder Magnesiumlicht.

Aus dem Eröffnungsjahr wird berichtet: " 'Mit Rücksicht auf die finanzielle Lage der Berg- und Naturfreunde wurde der Eintrittspreis mit 30 Groschen festgesetzt', hieß es damals im Gebirgsfreund, 'Jugendwandergruppen genießen bei Vorweis des Führerausweises die Begünstigung, dass je sechs Teilnehmer mit fünf Eintrittskarten die Höhle besichtigen dürfen ' ". (KÖLBL, 2006)

Die als Schauhöhlen ausgebauten Fledermaushöhle (K.Nr.1914/6) und Elfenhöhle (K.Nr. 1914/7) wiesen bis zu 30.000 Besuche jährlich auf. (ANONYM 1926)

1925 wurde eine elektrische Beleuchtung installiert und Führer standen zur Verfügung.

"Besuchszeit der Höhlen: 8 bis 20 Uhr täglich Eintrittsgebühr (für beide Höhlen): 30 Groschen Führer: Gasthof Grausam (deutsch, rumänisch, serbisch, bulgarisch, russisch, türkisch) Gasthof zur Einöde". (MÜLLNER 1925)

Einödhöhle
© Postkarte (Detail)

1930 wird vermeldet: "Der Führer ist im Sommer täglich, sonst an Sonntagen bei der Höhle anwesend und erhebt eine kleine Eintrittsgebühr. Die 1925 eingerichtete elektrische Beleuchtung wurde von verbrecherischen Eindringlingen leider vollständig zerstört." (RONNIGER 1930)

Die Höhlen wurden in mannigfacher Weise genutzt: "... der Sand wird heute als 'Reibsand' verwendet". (MÜLLNER, 1931)

"Die größte Höhle, die eigentliche Einödhöhle wurde nach einem Felssturz abgetragen und ist praktisch nicht mehrt vorhanden. Die zwei größten, heute vorhandenen Höhlen sind die Einöd- (Anm.: ursprünglich Fledermaushöhle) und Elfenhöhle liegen in ca. 370 Meter Seehöhe am Pfaffstättner Kogel bei Pfaffstätten. Sie liegen in der Katastralgemeinde Pfaffstätten auf der Grundstückparzelle 2165/24 E.Z.520. Am 14. Juni 1949 wurden die beiden Höhlen mit Bescheid Zl. 4292/49 zum Naturdenkmal erklärt." (HÖSL 1998)

Anlässlich des "Festes der Artenvielfalt 2009", veranstaltet vom Biosphärenpark Wienerwald wurden im Juni 2009 an Höhlenbewohnern in den Pfaffstättner Höhlen gefunden: [Drozdowski, Natur in Pfaffstätten]

Große Einödhöhle

Schreiberhöhle
© NÖLB IDN: 397933 / IDA: BILD-19481

Kat.-Nr. 1914/5, Seehöhe ca. 300m, Größe 510m²

Lage: Die Höhle lag nahe dem ehemaligen Einödwirtshaus am SSW- Fuß des Pfaffstättner Kogels am Beginn des großen Kienthals.

"Einöd-Höhle im Einödthale, groß, derzeit zerstört, prähistorische Funde, viele Sagen" (CALLIANO 1894)

"Eine andere Höhle befand sich in der Nähe des Steinbruches. Ihre räumliche Ausdehnung war so groß, dass angeblich zu gleicher Zeit drei zweispännige Wägen hineinfahren könnten. In den letzten Jahren des verflossenen Jahrhunderts wurde sie wegen Einsturzgefahr gesprengt, das Material teilweise zum Aufbau der Wiener Wasserleitung verwendet." (MÜLLER 1925) "Eine sehr große Höhle in der Nähe des Gasthofes (Anm. Einöd Gasthaus, heute geschlossen) stürzte 1885 ein und wurde 1888 wegen Einsturzgefahr gänzlich gesprengt. In ihr konnte nach mündlicher Überlieferung ein zweispänniger Wagen bequem umkehren, da sie 510 m² Grundfläche hatte." (MÜLLER 1931). "Die ehemals geräumige Höhle besaß einen tunnelartigen Eingang, ..... Nach einem Deckensturz (1885) wurde sie im Jahre 1888 wegen Einsturzgefahr abgetragen." (HARTMANN 1982)

Schreiberhöhle

(Knochenloch, Schreiberloch, Felsenkeller)

Kat.-Nr. 1914/?, Seehöhe ca. 300m

Lage: Unmittelbar östlich des Einödwirtshauses am Fuß des Pfaffstättner Kogels, nördlich von Baden.

Beschreibung:

Gegen Norden ziehender, bis 7 m breiter und 4 m hoher Raum mit Tonnenprofil und ebenen Boden. Dient als Keller (gemauerter Vorbau und künstliche Zwischenwand in der Höhle) und ist versperrt. Ein Hauer Namens Schreiber soll viele Jahre in der Höhle gewohnt haben.(CALLIANO 1886).

"Der Name Knochenloch soll bereits in alten Aufzeichnungen aus dem Jahre 1820 aufscheinen (CALLIANO 1894)." (HARTMANN 1982)

"Schreiberloch im Einödthale, auch Knochenloch, groß, einstige Wohnhöhle, jetzt Eiskeller. (....)
Im Schreiberloch, einer lange Zeit von armen Pfaffstättner Leuten bewohnte Höhle im Einödthale, jetzt als Bierkeller der Einödrestauration benutzt, wurden um 1700 und 1799 viele Thierknochen gefunden. Da die Felsenhöhle in einer alten Aufzeichnung von 1620 "Knochenlochhöhle genannt wird und im Einödthale zu wiederholten Male Einzelfunde prähistorischer Herkunft (Wetzstein, Schleifstein, bearbeitete Knochen, angeschlagener Feuersteinknollen) gemacht wurden, ist es um so gewisser annehmbar, dass dieser ziemlich große Höhlenraum, nebst der unmittelbar daran stoßenden imposanten Einödhöhle (510 m² Innenraum, nach der Sage Aufenthaltsort des Riesen Kaiser Karls, Namen Ainöther), welche 1885 einstürzte und seit 1888 spurlos abgetragen wurde, einst dem Urmenschen in der Steinzeit als Wohnort diente, .....". (CALLIANO 1894)

"Die Knochenhöhle oder das Schreiberloch, das früher als Wohnung benützt wurde, wovon noch bis vor kurzem ein Türstock zeugte, dient heute als Vorratskammer und Weinkeller für die benachbarte Gastwirtschaft "Zur Einöd". ..." (MÜLLNER 1931)

"Nach einer alten Überlieferung soll auch eine unterirdische Verbindung zu den Einödhöhlen, die in der Nähe sind bestehen." (DRESCHER 1982)

Aus dem Auftragsbuch des Pfaffstättner Fuhrwerkers Stadlmann ist zu entnehmen, dass das in der Höhle gelagerte Natureis bis in die 1920er Jahre auch an andere Gastronomiebetriebe (z.B. Waldschnepfe in der Einöde) geliefert wurde. (Heimatmuseum Pfaffstätten)

Ein Mathias Schreiber, Steinklopfer, ist 1881 aktenkundig und wohnte in Pfaffsttten-Einde 1 - vulgo am Schreiberweg(Badener Zeitung).

Fledermaushöhle (Einödhöhle)

Fledermaushöhle
© Postkarte (Detail)

Kat.-Nr. 1914/6, Seehöhe 370 m, L 87 m, H 8,5 m (+5 m, -3,5 m)

Lage: Am markierten Weg oberhalb des ehemaligen Einödwirtshauses, am Südhang des Pfaffstättner Kogels nördlich von Baden.

Nach der Sprengung der (großen) Einödhöhle 1888 wird die Fledermaushöhle gemeinhin als Einödhöhle bezeichnet.

"Die Einödhöhle, die größte jungtertiäre Brandungshöhle, ist von den beiden Gasthäusern in der Einöde bei Pfaffstätten in fünf Minuten erreichbar. Durch die erste Halle der Fledermaushöhle EinöderGesteinsformation in Form eines Riesenkopfes (links Fenster, an der Decke Soredien) führt der Weg an der "zerfressenen Wand" vorbei in den Thronsaal ("Auskolkungen"), über einige Stufen erreicht man die Trümmerhalle, die abenteuerlich geformte Gebilde aufweist. Die Fortsetzung führt am Riesen Einöder und an der Luckerten Wand vorbei durch das steinerne Meer zum Fledermausgang, von dort am Bärengang vorbei zum Ausgang, einem zweiten Brandungstor." (MÜLLNER 1931)

"Die Höhle besitzt drei größere und zwei kleinere Tagöffnungen. Von einem eingeebneten Vorplatz betritt man durch einen der beiden südschauenden Haupteingänge eine 15 m lange und bis zu 4 m hohe Halle, die an der Kreuzung einer gegen Osten einfallenden Schichtfuge mit NW-streichenden Klüften angelegt ist. Dieser Halle ist ein knapp 50 m langer, teilweise künstlich erweiterter Rundgang angegliedert, der auf eine parallele, NNW-streichende Klüfte zurückgeht. Im nördlichsten Teil dieses Rundegangs erreicht man einen 5 m langen Raum mit einer Breite von 4,5 m (Höhe 4 m). Der Boden besteht aus sandigen Sedimenten und Blockwerk. Die Wände sind oft kulissenartig ausgebildet und vielfach durchbrochen (Luckerte Wand). Spuren ehemaliger Reibsandgewinnung. Urgeschichtliche Funde, Zufluchtshöhle in Kriegszeiten, ehemalige Schauhöhle (am 22.4.1925 eröffnet) . Sie wies als solche mit der benachbarten Elfenhöhle (1914/7) bis zu 30.000 Besuche jährlich auf (ANONYM 1926). Naturdenkmal nach dem Landesnaturschutzgesetz mit Bescheid vom 13.8.1941 und Naturdenkmal nach dem Naturhöhlengesetz mit Bescheid vom 14.6.1949. Höhle zoologisch bedeutsam. Höhlensage (Wohnort des Riesen "Einöder", ein Begleiter Karl des Großen (lt. MÜLLER 1931)." (HARTMANN 1982)

Wie zutreffend der ursprüngliche Name war, belegt der Bericht des Höhlenforschers Karl Palat, der 1949 folgende Fledermausarten in der Höhle entdeckte: "Die Langohrige Fledermaus (Plecotus auritus) in Nischen unmittelbar bei den beiden Höhleneingängen, wo sie sich in Spalten eingezwängt hatte (nicht freihängend). Die Kleine Hufeisennase (Rhinolopus hipposideros) im höchsten Teil der Höhle an der Decke hängend. In diesem Teil herrschte eine gegenüber den anderen Höhlenabschnitten deutlich feuchtwarme Luft. Die Mopsfledermaus, unter einem Felsvorsprung, etwa zehn Meter vom nächsten Höhleneingang entfernt angeklammert. Die Mopsfledermaus ist bekannt als wetterhartes Gebirgstier. Bemerkenswert ist hierbei, daß sich das Vorkommen dieser Art so unmittelbar bis an das zur pannonischen Fauna und Flora gehörige Wiener Becken erstreckte." (PALAT 1949)

In der Höhle wurden gesichtet (STROUHAL, VORNATSCHER 1975):

Grillen und Heuschrecken (Saltatoria)

Zweiflügler (Diptera)

Schmetterlinge oder Falter (Lepidoptera)

Fledermäuse (Chiroptera, Untergruppe Microchiroptera)

Die angeführten Fledermausarten wurden durch den vermehrten Menschenbesuch, insbesondere der Lagerfeuer im Höhleninneren vertrieben.

Elfenhöhle

Fledermaushöhle
© Postkarte (Detail)

Kat.-Nr. 1914/7, Seehöhe 370 m, L 30 m, H -5 m (+5 m, -3,5 m)

Lage: Unweit westlich der Einödhöhle am markierten Weg oberhalb des ehemaligen Einödwirtshauses.

Beschreibung:

"Die Elfenhöhle ist zwei Minuten von der Einödhöhle entfernt und geht ebenfalls auf die Brandungswirkung zurück. An einem mächtigen Verstürzblock (Schneespitze) vorbei führt der Weg zu der Kulissenwand, an deren Fuß ein eigenartiger Hohlraum mit mehreren Öffnungen (Schneewittchens Grab) liegt. An der gegenüberliegenden Wand zieht sich längs einer Spalte die Kapelle, die durch einen mächtigen Pfeiler gestützt wird nischenförmig bergeinwärts. Hier finden sich zahlreiche Insekten (Alodia crassicomis, Heteromycella atricornus, Helomyza serrata) und Schmetterlinge (Spanner, Eulen) ein geschütztes Winterquartier." (MÜLLNER 1931)

"Das durch einen Deckensturz im Jahre 1950 veränderte Portal ist durchschnittlich 2 m breit und 7 m hoch. Über große Blöcke absteigend gelangt man in einen 15 m langen etwa und 7 m breiten und bis zu 8 m hohen Raum, dessen Decke gegen Osten absinkt. Im Bereich der gestuften Westwand ist eine 3 m lange Nische durch eine Felsenkulisse vom Hauptraum getrennt. In der gegenüberliegenden Wand befindet sich der Eingang zur Kapelle, einem bis zu 4 m hohen Raum mit dreieckigem Grundriss, der von einem zentralen Felspfeiler gestützt wird. Besonders hier finden sich deutliche Spuren früherer Reibsandgewinnung. Funde von Steinartefakten (CALLIANO 1900). Ehemals zusammen mit der Einödhöhle Schauhöhle (siehe diese). Zufluchtsort in Kriegszeiten. Naturdenkmal nach dem Naturhöhlengesetz mit Bescheid vom 14.6.1949. Zoologisch bedeutsam." (HARTMANN 1982)

In der Höhle wurden gesichtet (STROUHAL, VORNATSCHER 1975):

Grillen und Heuschrecken (Saltatoria)

Zweiflügler (Diptera)

Schmetterlinge oder Falter (Lepidoptera)

Fledermäuse (Chiroptera, Untergruppe Microchiroptera)

Stolhöhlen

Kat.-Nr. 1914/22 a, b und c, Seehöhe: 365-370 m, besteht aus drei Höhlen a) b) c) mit den Längen: 3 m , 3 m, 4 m

Lage: Knapp unterhalb (südwestlich) der Elfenhöhle (Kat.Nr. 1914/7)

Beschreibung:
Die unterste Höhle (a) ist durchschnittlich 0,6 m hoch und zieht, leicht absinkend gegen Osten. Die teilweise überlagernde Höhle (b) erreicht 1,5 m Höhe und steigt gegen Norden an. Die höchstgelegene Höhle (c) weist ebenfalls gegen Norden; sie ist maximal 3 m breit und 1,34 hoch. (HARTMANN , 1892)

SANDLOCH

Lage: "Sandloch, auch Fledermaushöhle, im Einödthale, unbedeutend." (CALLIANO 1894). "Unterhalb der Elfenhöhle liegt eine kleine schlauchartige Höhle (mit zahlreichen Spinnen, Meta Menardi)." (MÜLLNER 1931)

In der Höhle wurden gesichtet: (STROUHAL, VORNATSCHER 1975)

STOLHÖHLE

Lage:
"In der Nähe (der Höhle unterhalb des Elfenhöhle Anm.) die Stolhöhle (mit Höhlenheuschrecken, Troglophilus cavicola)" (MÜLLNER 1931)

In der Höhle wurden gesichtet: (STROUHAL, VORNATSCHER 1975)

Elferloch (Elfaloch, Franzosenhöhle, Elfenhöhle am Gaisrücken)

Elferloch
© NÖLB IDN: 397931 / IDA: BILD-19483

Kat.-Nr. ????

Seehöhe: 420m, L 4m, H -2m

Lage:
In einem Felsblock am Gaisrücken südlich des Gr. Haselgrabens nördlich des Einödtals.

"Abwärtsführender, bis mannshoher, 1m breiter Gang, der mit einer unschliefbaren Spalte endet. Höhlensagen (zur Zeit der französischen Invasion ermordete man hier französische Soldaten und warf die Leichen in die Höhle hinein)." (CALLIANO 1886, zitiert nach HARTMANN 1982)

"Elfenhöhle am Gaisrücken, auch Franzosenloch, unbedeutend, verschlemmt" (CALLIANO 1894)

"Eine kleine Höhle, mehr Schluf als Höhle, mit einer hübsch situierten, einer spitzbogen Türe gleichenden Öffnung, die sich schnell zu einem Schlauch verengt, befindet sich in einem Felsblocke am Gaisrucken im Einödthale. Diese Loch vom Volksmunde „Elfaloch“ genannt hieß später und heißt heute das "Franzosenloch", weil zur Zeitn der zweiten französischen Invasion der Pfaffstättner Bindermeister Dekol (auch Dekoy) mit mehreren Hauern aus Pfaffstätten, dort eine zersprengte Truppe(Patrouille) französischer Soldaten niedermachte und die Leichen in die Höhle warf. (Regierungsrat Franz Kraus, der bekannte "Höhlenpapa", der alle Badener Höhlen noch in ihrem ursprünglichen Zustand besuchte und diesbezüglich ein reiches Material von Sagen hinterließ, kannte noch die Variante von dem Pfaffstättner "Elfaloch", in der gleich einer ähnlich aussehenden Höhle bei Alland im Gebirge, drei wilde Frauen oder Fräuleins hausten)" (CALLIANO 1926)

"Die Französenhöhle in einem Felswandel des Gaisrückens (479 m), eines Ausläufers des Anninges gegen das Einödtal mit einer sehr hübsch gelegenen, einer gotischen Tür gleichender Mündung ist von geringer Ausdehnung; sie führt ihren Namen daher, weil zur Zeit der französischen Invasion der Bindermeister Dehny mit mehreren Hauern von Pfaffstätten angeblich dort eine Schar französischer Soldaten niedergeschossen hat und die Leichen in die Höhlenmündung warf." (MÜLLNER 1931)

Literatur:

Anfahrtsplan zu den Einödhöhlen: